Kommentar von Isabella Schön zum Buch "Die Wunden der Freiheit":

Ein dickes Lesebuch (368 Seiten), mit dem man lange beschäftigt ist und das einem viele nachdenkliche Momente beschert.

Ich habe neulich von einem Mitglied einer deutschen Organisation, die mit Indianern zu tun hat, den Satz gehört: "Wir treten in der Öffentlichkeit für indianische Belange ein, ohne aber politisch zu sein." Ich frage mich, wie das gehen soll. Sind es denn nicht die politischen und/oder wirtschaftlichen Interessen der Weißen, die zur Unterdrückung der Indianer führen?
Und selbst wenn man - ohne einen Gedanken an Politik zu verschwenden - humanitäre Hilfe leisten möchte, scheitert man häufig aufgrund irgendwelcher Gesetze. Jüngstes Beispiel dafür ist die Geschichte mit dem Hanffeld im Pine Ridge Reservat im Zusammenhang mit dem Häuserprojekt des Lakota Fund e.V. (siehe Coytoe Heft Nr. 50)

Ich bin der Ansicht, daß ein tiefgreifendes Verständnis für die Situation der Native Americans ohne ein gewisses Maß an politischem Hintergundwissen nicht möglich ist und eine effektive Hilfe für diese Menschen ohne ein tiefgreifendes Verständnis für ihre Situation kaum machbar ist.

Sich für indianische Belange einzusetzen, ohne dabei politisch zu sein, ist für mich ein Widerspruch in sich.

Isabella Schön, August 2001


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