Vine Deloria jr. paßt in kein Indianerbild:
Unscheinbar gekleidet, der Sprache der Weißen mächtiger als
viele Weiße, agiert er zwischen Hörsaal und Schreibtisch und
schockt jene, die sich an seiner westlichen Erscheinung erfreuen, mit
polemischen
Reden und Schriften gegen das System. Als Akademiker (Jurist und
Theologe)
und Stammesmensch (Oglala Lakota) ist er in beiden Amerikas zu Hause
und
entkam bisher allen Klischees. Obwohl er darauf bedacht ist,
konservativen
Historikern und Ethnologen nicht zu nahe zu kommen, wird er von ihnen
zitiert.
Über weiße Wissenschaftsgläubigkeit und gehorsamen
Respekt
vor dem Professorenstuhl amüsiert er sich, sobald die Sprache
darauf
kommt. Seit Ende der sechziger Jahre nimmt er schreibend am
Widerstandskampf
der Ureinwohner teil. Neben juristischer Hilfestellung bei politischen
Prozessen gilt sein spezielles Interesse den verfassungsrechtlichen
Aspekten
und Konsequenzen, die sich für die indianische Seite aus den
Vertragsabschlüssen
mit der US-Regierung ergeben, vor allem hinsichtlich einer
völkerrechtlichen
Anerkennung existenter und souveräner indianischer Nationen.
Kritiker
verurteilen seine Zurückhaltung gegenüber indianischen
Protestaktion,
doch dringt er mit seiner Arbeit in die Medien und Gerichte und
unterstützt
die Bewegung so auf seine, eine nicht minder notwendige und
wirkungsvolle
Weise.
(Info des Verlags)
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