Kurzzusammenfassung und Leserkommentar von Gaby Usemann zum Buch
"Crazy Horse" von Elmar Engel

Der Roman schildert uns das Erwachsenwerden von  Crazy Horses in farbenfrohen Bildern. An der Seite seines besten Freunds und Lehrmeisters „High Backbone“, der ihn schon in früher Kindheit zu einem ausgezeichneten Krieger ausbildet. Von ihm lernt er auch  kriegerische Taktik in Kämpfen, für die er ein außergewöhnliches Talent entwickelt. Elmar Engel schildert historisch treu die ersten Kontakte der Lakota und ihren späteren Kampf gegen die Blauröcke. In all diesen Kämpfen erkennt Crazy Horse, dass es seinen Kriegern an militärischer Taktik fehlt, was ihnen oft eine Niederlage gegenüber den Weißen beschert. Erst als er seine Krieger als junger Kriegshäuptling gegen die weißen Eindringlinge führt, verhilft ihm sein taktisches Talent immer häufiger zu Siegen gegenüber den Blauröcken. Dieses Gespür für militärische Taktik wird ein entscheidender Faktor für den Sieg gegen General Custer am Little Bighorn. Crazy Horse erkennt aber auch, dass er zwar Siege erringen kann, aber das Rad der Geschichte nicht anzuhalten vermag und dass die Geschichte immer von den Siegern geschrieben wird. Seine Siege bringen ihm hohes Ansehen bei seinem Volk aber sein erbitterter Kampf um die Black Hills und die traditionelle Lebensweise der Lakota, schafft ihm auch im eigenen Lager Feinde. Ein letztes mal glaubt Crazy Horse dem weißen Mann, der ihm Nahrung und Zuflucht für seine kranken und vom Hungertod bedrohten Lakotafamilien verspricht und begibt sich mit ihnen in die Reservation. Als der traurige Zug der Hungernden, Hoffnungslosen und Niedergerungenen im Mai 1877 in Fort Robinson einzog, gleicht dieser Einzug in die Gefangenschaft eher einem Triumpfzug als einer Niederlage. Dieses kleine abgerissene und schlechtbewaffnete Völkchen hatte sich viele Monate der US-amerikanischen Armee erfolgreich widersetzt und letztendlich sogar die Elitesoldaten der glorreichen 7. Cavalery unter George Custer mit bekämpft und besiegt. Obgleich das Reservatsleben  Crazy Horse zum Nichtstun verurteilt, da er seinen täglichen Aufgaben als freier Jäger nicht mehr nachkommen kann, versucht er dennoch Einfluß unter seinen gefangenen Lakota zu gewinnen. Als Mitglied der Akicita-Polizeitruppe, die für Ordnung im Reservatslager sorgt, kann er gewisse Fäden in der Hand halten. Sein steigender Einfluß auf die Lakota wurde von den „freundlichen Indianern“ , wie Häuptling Red Cloud und seine Männer von den Weißen genannt wurden, mit neidvollen Blicken überwacht und ihm missgönnt. Red Cloud intrigierte derart gegen Crazy Horse, dass sein Ränkespiel letztendlich zur Ermordung des großen Führers der Oglala-Lakota führte.
 
Ein  Roman über das Leben des großen Führers der Oglala-Lakota, Crazy Horse, der aus historischer Sicht sicher einer der Authentischten ist. Hat man schon andere Biographien von Crazy Horse gelesen, wie z..B. von Mary Sandoz „Crazy Horse – Strange Man of the Oglalas“, dann vermisst man etwas die persönlichen Dinge zu Crazy  Horse, seine  menschlichen Schwächen, seine Gefühle und vor allem seine Liebe zu einer weißen Frau, die uns die Persönlichkeit des großen Mannes sehr menschlich und warm erscheinen lassen. Bei diesem Roman handelt es sich mehr um die Schilderung seines Lebens als Krieger und Führer seines Volkes vor dem historischen Hintergrund.
Gaby Usemann, Juli 2001 


 


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